StartseitePublikationenBuchvorstellung Helferbuch

„… und nicht zuletzt Ihre stille Courage“ Hilfe für Verfolgte in Hamburg 1933 – 1945.

Geschichtswerkstätten Hamburg, e.V., Hrsg. Ulrike Hoppe.


Die Forschung über Hilfe für Verfolgte ist ein relativ neues Thema. Wir wissen viel über die Opfer und wir wissen viel über die Täter. Über die Helfer wurde in Hamburg noch nicht systematisch recherchiert. Wir haben uns Berlin zum Vorbild genommen, wo in der Gedenkstätte für den Deutschen Widerstand seit einigen Jahren ein Forschungsvorhaben zu diesem Thema existiert. Wir wünschen uns auch in Hamburg finanzielle Unterstützung, um das Thema systematisch aufarbeiten zu können.


Schon dieses Buch ist sehr viel umfangreicher geworden als geplant, weil wir in unserer zweijährigen Arbeit auf immer mehr weiterführendes Material und neue Fälle gestoßen sind. Unser Anliegen war es, eine Vorstellung von der Vielfältigkeit der Hilfe zu vermitteln, die von Lebensmittelspenden über gefälschte Papiere, Widerstand gegen Anweisungen der NS-Bürokratie und Verstecken von Verfolgten reichte. Außerdem wollten wir zeigen, wie viele unterschiedliche Menschengruppen dem Hass und der Verfolgung ausgesetzt waren: die laut Erbgesetz definierten Juden und „Mischlinge“, die Sinti und Roma, die Linken, sozial Deklassierte, aufrechte Bürger und Christen – um nur einen Teil zu nennen.

Grußwort - zweite Bürgermeisterin Christa Goetsch 22.4.10


Während der Arbeit an diesem Buch haben wir viel darüber diskutiert, ob es eine typische Helferpersönlichkeit gibt oder ob sich Kategorien finden lassen, die auf alle Helfer zutreffen. Die Antwort war: eher nein. Wir stellten immer häufiger fest, dass die Helfer ganz normale Menschen waren – keine Lichtgestalten. Häufig waren sie nicht einmal entschiedene Gegner der nationalsozialistischen Ideen. Aber sie gerieten durch persönliche Betroffenheit in Widerspruch zur NS-Politik und leisteten Widerstand im Alltag. Weil sie sich auch selbst eigentlich nie als Helden gesehen haben, und weil der Nachkriegszeitgeist auch nicht daran interessiert war, das Versagen der großen Mehrheit der Bevölkerung zu thematisieren, hat sich für die unspektakulären Helfer von Verfolgten lange niemand interessiert. Das wollten wir ändern!

Joachim Held - Adoptivsohn, der im Buch portraitierten Helferin Ruth Held spielt Laute


Wir bedanken uns bei allen Zeitzeugen, die uns ihre Erinnerungen, Fotos und Dokumente zur Verfügung gestellt haben. Wir bedanken uns bei den Spendern, die dazu beigetragen haben, den Druck zu finanzieren (Erzbistum Hamburg, Körber-Stiftung, Gustav und Marliese Boesche, Haspa), und insbesondere bei der Hamburger Schul- und Kulturbehörde, die unser Buch allen Hamburger Bücherhallen und Schulen zur Verfügung stellt.

Ulrike Hoppe - Herausgeberin, führt durch die Veranstaltung


Wanderausstellung - Ausleihbar bei den Hamburger Geschichtswerkstätten


KontaktImpressum